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Mythomania ist ein deutsches Fantasyrollenspiel bei dem du in die Rolle eines Tieres schlüpfst und mit ihm Abenteuer erlebst. Das Rollenspiel basiert auf der Orts- und Szenentrennung mit Charaktertables. Wir haben ein Rating von 13 Jahren und eine Zeichenlänge ab 1000 Zeichen pro Post.

26 SEP 2016 | Wir sind nun unter www.mythomania-rpg.com erreichbar!
17 SEP 2016 | Neustart, Kapitel 3
05 JUN 2016 | "Frühjahrsputz"
26 JUN 2015 | Das RPG hat geöffnet!
23 JUN 2015 | Mythomania 3.0 wurde eröffnet!
10 MÄR 2015 | Mythomania 3.0 wurde erstellt.
Eventbox
Kapitel 3, Herbst - Ende: noch unbekannt
[NR] [Hauptevent] Eine verzwickte Situation
Sumpfrudel, Düsterer Winkel, Palus
[NR] [Hauptevent] Angsteinflößende Wilde
Waldrudel, Große Waldlichtung, Nemus
[Hauptevent] [Dungeon] Der Schatz der Tempelruinen
Tempelruinen, Herba
[Hauptevent] Kristallmagie
Kristallfelder, Siccus
[Hauptevent] Gebrochene Erde
Südliche Gebirgsketten, Saltus








(Threadlog)


Carún

Quarrah ist meine Schneekönigin

Name: Carún [Ka-run] Alter: 6 Jahre alt, seit 3 Jahren gebrochen
Geschlecht: Männlich Sexualität: Heterosexuell und glücklich vergeben
Tierart: Tiger Nahrung: Fleisch, er könnte aber auch von Beeren und Aas leben
Rudel: Savannenrudel Rang: Unbeliebter Krieger
Hauptklasse: Elementarmagier Nebenklasse: Patrone
Gespielt von: Kyrillia

Items: (Zeige alle Items)



STECKBRIEF ||
BEZIEHUNGEN ||
VERGANGENHEIT

Aussehen


Egal, ob ein Tier groß oder klein ist, egal, ob es viel Fell besitzt oder wenig, auffällig ist oder total unscheinbar mit dem Schatten verschmilzt, eins haben sie alle gleich: Sie atmen. Allerdings ist das nicht die einzige Voraussetzung um zu Überleben. Nahrung und Wasser sind mindestens genauso wichtig. Auf der Suche nach Wasser lassen sich viele verschiedene Charaktertypen erkennen. Denn Wasser hat einen lustigen physikalischen Nebeneffekt - Wasser reflektiert das Bild seines Gegenübers. Manche meiden den eigenen Anblick, andere werfen ihrem Spiegelbild Küsse zu oder saugen ihre eigene Schönheit in sich auf. Carún gehört zu jenen, die den eigenen Anblick verachten. Er verachtet sich so sehr, dass er seine Augen schließt und sie nicht wieder öffnet, bevor er sein Bedürfnis gestillt hat. Seit ein paar Jahren hat er sich schon nicht mehr selbst betrachtet. Er ahnt nicht einmal, dass er in der Zwischenzeit zu einem großen, schönen Tiger herangewachsen ist. Doch wie sieht Carún eigentlich genau aus? Wo fängt man am besten an? Nun ja, sein Fell ist schon sehr auffällig, wenn man den Anblick nicht gewohnt ist. Es ist dunkelblau und legt sich über Carún wie eine Art flauschiger Mantel. Man möchte meinen, dass er sich damit gut tarnen könnte. Allerdings befinden sich überall auf seinem Körper cyane Leopardenflecken, die im Dunkeln leuchten. Vor allem diese Tatsache verflucht Carún sehr oft - er möchte doch einfach nur im Hintergrund verschwinden, seine ganze Haltung ist darauf fixiert, nicht aufzufallen. Seinen muskulösen, großen und normalgewichtigen Körper stellt er daher nicht gerade stolz zur Schau. Eher findet man ihn in einer gebeugten Haltung, das Haupt stets gesengt, den Blick auf den Boden gerichtet. Dabei sind seine Augen doch grade das interessanteste an ihm! Ihre Farbe ist ein perfektes Smaragdgrün. Ein trauriges Smaragdgrün, denn seine Augen haben schon lange den Glanz verloren, auch wenn sie ihn allmählich wiedererlangen. Bei Carún kriegt das Wort "Seelenspiegel" gleich eine ganz andere Bedeutung: Er ist ein offenes Buch, weshalb Quarrah immer sofort weiß, wie es ihm geht, auch wenn er lügen sollte. Allerdings findet sich noch eine Besonderheit in seinem Gesicht: Genau zwischen Ohren und Augen thront ein einziges Horn auf seiner Stirn. Es erinnert in seiner Geschwungenheit etwas an das eines Narwals oder an das eines Einhorns. Es hat die perfekte Größe und wirkt daher nicht störend, da Carúns Maße perfekt miteinander harmonieren. Sobald Carún eins seiner mächtigen Kraftfelder beschwört, leuchtet dieses kurz auf. Viel mehr gibt es nicht zu sehen; bis zu jenem Moment, in dem der Tiger seine Schwingen ausbreitet und auf einmal drei Meter breiter wird. An Land sind sie stets eingezogen, in Sekunden kann er sie unter seiner Haut verschwinden lassen. Carúns Schwingen sind reinweiß und bilden somit einen Kontrast zu seinen sonst sehr dunklen Farben. Nur dieses Paar an Federflügeln ermöglicht ihm das Fliegen. Die zwei kleineren und federlosen Flügel, die direkt an das große Paar anschließen, könnten ihn niemals tragen, da sie nur halb so groß sind. Zum Anblick des Todesengels kommt noch ein angenehmer Geruch nach Sturmwind und Regen. Allerdings ist sein Blut nur halb so göttlich wie sein Erscheinungsbild: Es ist cyanfarben, allerdings nicht so leuchtend wie die Leopardenflecken, denen es sich scheinbar angepasst hat. Doch worin steckt hier der Tiger? Theoretisch gesehen nur in der Statur, obwohl diese den Standard sowohl in Größe als auch in Gewicht um einige Zentimeter und Kilogramm übertrumpft. Doch das ist in dieser verrückten Welt ja genauso banal, wie sich Accessoires aus den Knochen seiner Feinde zu machen oder Feuer speien zu können ...


Mutationen


Vier einziehbare Flügel, Einhorn


Markierungen


Cyane Leopardenflecken


Augenfarbe


Smaragdgrün


Größe und Gewicht


1,60 Meter groß und 260 Kilogramm schwer


Flüche und Krankheiten


Keine - Es sei denn, Depressionen gelten noch als Krankheit in einer Welt der Verwünschungen und Dämonen


Charakter
Kennst du das Gefühl, wenn deine ganze Welt plötzlich auf den Kopf gestellt wird? Wenn sich alles ohne Vorwarnung plötzlich verändert, eine andere Form und Farbe annimmt? Bei den meisten sind diese Veränderungen mehr schlecht als recht. Doch anders bei Carún. Sein ganzes Leben wurde umgekrempelt in dem Moment, in dem er sich seinem besten Freund, dem Tod, hingeben wollte. Alles änderte sich, als er auf dem heißen Savannenboden aufkam, mit gebrochenen Flügeln und einer gebrochenen Seele. Doch in diesem Moment gesellte sich Quarrah zu ihm. Seine Schneekönigin, sein Wunder, seine Rettung. Er war schon immer verzweifelt in sie verliebt. In ihre besondere Art, ihre Schönheit. Er liebte einfach alles an ihr. Inzwischen ist es für ihn nichts Neues mehr, plötzlich von ihr zurück geliebt zu werden – und doch stellt er sie immer noch über alles in dieser grausamen Welt ohne Sinn. Dank ihr ist ihm seine eigene Existenz bewusst geworden. Er versucht nicht mehr, krankhaft einen Weg hinaus zu suchen, vermutlich bleibt es auch bei dem einen Versuch, sich selbst zu töten. Denn Carún hat endlich einen Platz gefunden, an dem er gebraucht wird: Inzwischen ist er ein stolzer Vater. Nur für seine Familie ist er noch bereit, sein eigenes Leben aufzugeben. Damit seine Kinder nicht so werden wie die Personen der Vergangenheit, die er immer noch nicht ganz loslassen kann und in die er oft zurückkehrt, wenn es zu ruhig um ihn wird, bemüht er sich stets, ihnen den richtigen Weg zu zeigen und als Vorbild zu fungieren. Früher behandelte er alle so, wie sie ihn behandelten: Wie Dreck, der es nicht verdient, seine Pfoten zu beschmutzen. Respektlosigkeit und fehlende Anerkennung für Autorität lagen an der Tagesordnung. Seit der Geburt seiner Kinder schluckt er seinen Hass hinunter, so gut es eben geht. Gemeinschaft der anderen Rudelmitglieder meidet er immer noch, obwohl er ihnen immer zur Seite stehen wird, wenn der große Kampf droht und seine Loyalität unter Probe gestellt wird. Das hat viel mit seinem Bruder zu tun – als Ausgleich dafür, dass er den besten Krieger des Rudels getötet hatte vor so langer Zeit, hat er sich lebenslange Treue für das Rudel geschworen. Er schuldet es ihnen, zumindest denkt er das. Daher lässt er sich für alle möglichen Drecksarbeiten missbrauchen: Für tägliche Kontrollflüge, erbarmungslose Kämpfe und weiteres. Auch stellt er seine Intelligenz und sein strategisches Denken in den Dienst des Rudels. Carún besitzt nämlich die Fähigkeit, schnelle und gut durchdachte Entscheidungen zu treffen. Er durchdenkt Nachteile und Vorteile einer Situation innerhalb weniger Sekunden und entscheidet sich dann für die effektivste Handlungsmöglichkeit. Auch zieht er für das Rudel gerne den Kürzeren, um seinen neugewonnen „Ruf“ nicht wieder zu beschädigen.

Er spielt allen die heile Welt vor außer in den wertvollen Momenten, in denen er mit Quarrah alleine ist. Doch selbst dann hält er sich zurück – er möchte die ganze negative Energie nicht an ihr auslassen. Doch wenn sie sich einmal entladen sollte, gilt nur eines: Renn so schnell du kannst und halt den Kindern bloß die Ohren zu! In Momenten wie diesen kann Carún sehr aggressiv sein und ausfallend werden – ohne jegliche Kontrolle über seinen Körper. Allgemein befindet er sich in einem merkwürdigen Zustand. Er ist traurig und glücklich zugleich. Drei Jahre litt er unter heftigen Depressionen und Suizidgedanken, der Weg zur Heilung wird bestimmt genauso lange dauern, auch wenn zurzeit alles im Lot ist. Schließlich hängt er immer noch sehr an seinen Erinnerungen. Seit er denken kann, ist er traurig, weshalb er sich allmählich fragt, was er ohne seine Traurigkeit ist. Er ist oft nachdenklich, versucht, sein wahres Ich zu finden. Er möchte wissen, wer er ist und wie er sich unter liebevollen Umständen entwickelt hätte. Natürlich verwirrt ihn das oft, weshalb er eben sehr viele Fehler macht – Gerade, was die Erziehung seiner Jungen angeht. Er möchte sie unter den richtigen Werten erziehen, ihnen das Lieben lehren, aber keineswegs zu streng sein oder ihnen etwas verbieten. Carún hat einfach nur große Angst vor seinem früheren Selbst, was er auf seine Jungen projiziert. Daher lässt er seinen Nachwuchs niemals mit einem Problem alleine, steht einfühlsam mit Rat und Tat zur Seite als wäre er nicht der Vater, sondern die Mutter.
Noch ist nicht sicher, wie sich das alles entwickeln wird – immerhin ist sein Geist immer noch sehr fragil, ein Rückfall ist nicht ausgeschlossen. Ob seine Jungen zur Heilung beitragen werden, ist ungewiss. Eines ist jedenfalls klar: Carúns Wesen wird sich wieder verändern. Immer weiter, bis zur Vollendung. Bis er endlich mit sich selbst im Reinen ist und seine Gedanken von jeglicher Traurigkeit geläutert sind.

Charakterzüge




loyal, beschützerisch gegenüber seiner Familie, intelligent, nostalgisch, depressiv, aggressiv, hasserfüllt, dauerhaft verwirrt, träumerisch, romantisch, introvertiert



Stärken
Schwächen
Vorlieben
Abneigungen

+ kluger Stratege
+ ausgeprägter Beschützerinstinkt
+ Loyalität beweisen in düsteren Zeiten
+ Einfühlsamkeit


- aggressiv
- lebt noch zu sehr in der Vergangenheit
- mangelder Respekt (obwohl er sich bemüht, sich zu bessern)
- zu perfektionistisch, was die Erziehung seiner Kinder anbelangt


+ Quarrah
+ seine Familie
+ das Fliegen
+ Mondlicht


- sich selbst
- Kontakt mit anderen Rudelmitgliedern
- die Vergangenheit
- Wyvern (seit dem Angriff vor geraumer Zeit, in dem Quarrah und er verletzt wurden)


Beziehungen



Vergangenheit




Ungewollt. Ungeliebt. Gehasst. Geliebt. Carún’s Leben gleicht einer nicht endenden Talfahrt, einem Trümmerfeld. Und mittendrin liegt er, niedergetreten und gebrochen. Doch, wie kam es dazu?

Sein Leid begann schon mit seiner Geburt. Ifea und Chóu, seine Eltern, waren so zufrieden mit ihrem Sohn, Lucian. Denn er vereinte drei mächtige Gaben in sich: Die Erdverbundenheit, die Wasserverbundenheit und die Feuerverbundenheit. Außerdem konnte er Schatten kontrollieren und sie nutzen, um unerkannt zu bleiben oder andere plötzlich zu würgen. Doch von dieser Fähigkeit wusste nur sein Mentor und seine Eltern. Trotzdem wagte es niemand, ihm auch nur ein Haar zu krümmen. Denn im einen Moment war er ruhig, im anderen jedoch spie er Feuer oder warf Felsen um sich. Natürlich war er Ifeas und Chóus ganzer Stolz. Denn er erwies sich seiner Herkunft würdig: Die Familie hatte große und mächtige Elementarmagier hervorgebracht, die ihre Kunst, die Elemente zu bändigen, perfektioniert hatten. Carúns Urgroßväter waren alle mächtige Magier, Krieger und Beschützer. Und dann … dann wurde er geboren. Er passte nicht dazu. Er besaß weder kämpferische, noch elementare Fertigkeiten. Lediglich ein schwaches Schutzschild. Und dies reichte ihnen natürlich nicht aus. Die Familie war viel zu perfekt um so etwas hinzunehmen. Er war in das Familienglück hineingeplatzt, hatte den Ruf der Familie zerstört und hatte die letzten Überbleibsel der uralten Familie auseinandergetrieben. Und das nur, weil er eine Sache tat: Existieren.

Bevor sich die Fähigkeiten bei Carún zeigten, behandelten Chóu und Ifea ihn wie einen kleinen König. Es war die einzige Zeit in Carúns Leben, in der er richtig glücklich war. Er hatte alles. Ifea gab ihm Liebe, er hatte einen Bruder, mit dem er spielen konnte und Chóu wartete gespannt darauf, welche Fähigkeiten er entwickelte.

Und dann, nach viel zu wenig Zeit des Glückes, zeigte sich seine Fähigkeit beim spielerischen Kämpfen mit Lucian. Er schleuderte seinen Bruder durch ein schwaches Schutzschild ein paar Zentimeter von sich weg. Und dies war der Tag, an dem sich sein Leben für immer änderte. Seine Eltern behandelten ihn plötzlich anders … Wie etwas fremdartiges. Er war so unwillkommen und er verstand nicht warum. Er verstand es nie. Er verstand nie, warum er anders sein musste, warum ihm das passieren musste. Warum er so verdammt war, warum das alles hatte so passieren müssen. Seine Familie grenzte ihn plötzlich aus. Sie waren glücklich ohne ihn. Sie schämten sich, Carún als ihren Sohn anzuerkennen. Chóu sagte oft, er habe nur einen Sohn. Und dieser stand neben ihm und hieß Lucian. Und war der Stolz der Familie. Doch wer war er? War er nur Carún, ein Name, ein Schatten, ein Gehasster … ein Fremder in der eigenen Familie? Ein Feind der Ehre und des Stolzes seit Geburt? Er litt unter der Ausgrenzung und der Verhöhnung seines Bruders. Lucian provozierte ihn, ließ ihn öfters seine Macht spüren. Carún reagierte nie. Er sog all die Wut in sich auf, all den Schmerz, einfach alles, bis sein Herz splitterte. Bis er spürte, dass er nichts mehr war – nur noch Splitter seiner selbst. Der Einzige, der ihm in dieser Zeit half war sein Mentor, Savior. Er war ein alter, weiser Tiger, ein guter Freund und Tröster. Aber vor allem war er ein Freund. Denn Freunde hatte er nie, Freundschaft hatte er nie gespürt und auch konnte er sich niemandem mehr vorstellen – Lucian hatte von Anfang an sein ganzes Sozialleben zerstört. Jeder liebte Lucian, den beliebten, starken Tiger mit dem wunderschönen schwarz-grün gestreiften Fell. Und jeder hasste den hässlichen, talentlosen, schwachen, blau-cyan getupften Carún.

Savior brachte Carún bei, seine einzige Fähigkeit, dass Schutzschild zu beherrschen. Er brachte ihm bei, seine Wut auf diese Welt unter Kontrolle zu bringen. Er half ihm dabei, seine Trauer zu überwinden und wurde Carúns Vater. Er war all das, was Ifea und Chóu nie waren und noch viel mehr. Er bewahrte Carún vor dem totalen Absturz. Und doch konnte er nicht verhindern, dass Carún sich immer mehr zurückzog und sich in seinem Körper gefangen fühlte. Er wollte weg – für immer. Er wollte aus dieser Welt flüchten und seinen letzten Atemzug gen Himmel erheben, hoffend auf ein neues Leben, in einem neuen Körper, als jemand. Nicht als niemand. Als jemand, so wie sein Bruder. Nicht nur einmal bat er Savior, ihn zu töten, seinem Leiden ein Ende zu bereiten. Doch jedes Mal sagte Savior einfach nur “Hinter dem Labyrinth des Leidens steckt das große Vielleicht. Und du kannst und du wirst es finden.“ Carún verstand dies nie. Der Tod war das einzige, in dem die beiden sich nie richtig einig waren. Savior war immer der Meinung, dass man erst gehen durfte, wenn man Erinnerungen und Werke geschaffen hatte. Und Carún war der Meinung, dass hinter der Hölle des Lebens die Erlösung des Todes stand. Savior war der einzige Grund für Carúns Leben. Er war und er ist immer noch dieser eine Grund. So ging es drei Jahre. Drei verdammt lange Jahre.

Und dann, an einem schwülen Sommerabend, an dem die Spuren des sterbenden Sommers schon eindeutig zu sehen waren, geschah es: Lucian belauschte seine Trainingsstunde mit Savior. Doch sie trainierten nicht – Es war wieder einer dieser Tage, an denen Carún darüber nachdachte, sein Leben zu beenden. Als das Abendrot erlosch und sich die Nacht über das Land senkte, verabschiedeten sich die beiden. Carún verschwand durch das Schatten der Bäume und Lucian folgte ihm. An diesen Moment wird er sich für immer erinnern. Er wird immer das metallische Klingen von Lucians Stimme hören, als er die Worte aussprach, die das Fass zum Überlaufen brachten. Die ihn trafen wie des Messers Klinge. “Och, wenn das nicht unser kleines emotionales Carúni ist! Na, willst du dich jetzt umbringen? Komm, tu es, du würdest uns allen einen riesigen Gefallen tun!“ Carún bewegte sich nicht. Er hatte es versucht, doch er konnte nicht mehr. Er konnte nicht mehr ertragen. “Keine Antwort? Soll ich …?“ Was er in diesem Moment sagen wollte, wird Carún niemals erfahren. Denn innerhalb einer Millisekunde hatte er sich entschieden, seiner Wut freien Lauf zu lassen. Er fiel Lucian an, zerfetzte mit seinen Krallen sein Fell, biss ihn und dann – dann bekam er die Macht des Feuers zu spüren. Der Schmerz des Flammensturms traf Carún mit voller Kraft. Er versuchte sich, auf das Schutzschild zu konzentrieren, doch der Schmerz nahm ihm die Klarheit seines Geistes. In diesem Moment kam ein großer Eissturm auf. Warum und woher er kam, wusste Carún nicht. Denn plötzlich gefror der Boden, es hagelte – wohlgemerkt, mitten im Sommer – Carún konnte nichts anderes tun, als die Augen zu schließen. Der Wind peitschte um seine Ohren, es klang wie eine Melodie der Macht in seinen Ohren. Und plötzlich war es weg. Das Gefühl zerbrach mit der Macht und Carún fiel zu Boden. Um darüber nachzudenken? Dazu hatte er keine Zeit. Er erwartete einen Angriff von Lucian doch – Es kam nichts. Carún sah sich um. Lucian war eingefroren. Er trat näher. Und näher. Und plötzlich schmolz das Eis und Lucian sprang nach oben. Carún wich aus. Flog nach oben. Und beschwor endlich sein Schutzschild, denn in diesem Moment war er frei. Wenn er flog, war er frei. Dies war sein Vorteil gegenüber Lucian. In diesem Moment bändigte sein Bruder das Wasser, das sich auf dem Boden befand. Er bändigte es und befahl ihm, ihn zu TRAGEN. Somit war Carúns Vorteil verpufft. Es war aussichtslos. Doch er war bereit zu kämpfen. Und er war auch bereit, zu sterben. Das Wasser bildete einen langen Schweif und versuchte, Carún nach unten zu drücken. Doch er hielt sein Schutzschild stark und beständig, ohne jegliche Lücke. Es war perfekt. Genauso wie dieser Kampf, den er sich so lange herbeigewünscht hatte. Er würde gewinnen. Er würde sich rächen. Er würde Lucian töten und sich danach selbst töten. Die Hölle für ihn und den Himmel für Lucian – Sie würden getrennt sein. Getrennt durch die Zwischenwelt, die Erde. Er würde ihm nie wieder begegnen. Im Anbetracht dieser Möglichkeit kämpfte Carún erbittert und ließ sich plötzlich und überraschend aus dem Himmel fallen. Er landete auf Lucian, drückte ihn zu Boden, setzte sich auf den Hals seines Bruders und brachte einige, tierische Worte aus gefletschten Zähnen hervor. “Jetzt werde ich dir alles heimzahlen. Du wirst all den Schmerz zurückbekommen, den du mir zugefügt hast. DU WIRST ES BEREUEN. DU WIRST LANGSAM UND QUALVOLL STERBEN, SO WIE MEINE SEELE ES TAT ALS ICH ZERBRACH! DANK DIR!“ Doch plötzlich spürte er einen Druck an seiner Kehle. Etwas drückte zu. Er hatte nicht aufgepasst und sein Schutzschild war zerbrochen. Er konnte nicht sehen, was es war. Es war zu dunkel. Das einzige, das er wahrnahm, war Lucians teuflische Lache. KONZENTRATION. KONTROLLE. DU SCHAFFST DAS. Er nahm Saviors Stimme in seinem Inneren war. Sie hallte und hallte und hallte. Und er konzentrierte sich und schaffte es, das geheimnisvolle Nichts abzuschütteln. “Du bist ja gar nicht so schlecht. Das macht ja schon richtig Spaß!“ Lucian setzte eine seiner Pfoten kräftig auf die Erde – und es fing an zu beben. Die Elemente waren so perfekt kombiniert, wie er sich bewegte, anmutig und mächtig. Carún bewunderte ihn, als er hinaufflog, in Richtung Himmel … Es gab keinen anderen Ausweg mehr. Er musste es jetzt ausprobieren. Er hatte sich etwas beigebracht – Ohne Saviors Hilfe. Er hatte dies immer als Trumpf behalten, für eine solche Gelegenheit. Er flog höher und höher – er flog über den Wolken, sammelte seine Kräfte, um sich auf den Angriff bereit zu machen – und dann ließ er sich fallen. Während er fiel drehte er Kreise, der Wind sammelte sich unter seinen Flügeln, wirbelte um ihn herum – Carún verspürte diese geheimnisvolle Macht erneut. Und da war Lucian. Er starrte gebannt auf den immer und immer schneller werdenden Carún, der Wind herumwirbelte. Er schien sich in einer Schockstarre zu befinden – Und dann schleuderte Carún sich und den Wind auf Lucian. Er wurde einige Meter weg geschleudert, so kräftig war er gelandet. Er rappelte sich auf. Lucian lag dort, erschöpft und sich windend – vermutlich hatte er Schmerzen, während er selbst kaum etwas fühlte. “TÖTE MICH!“, schrie er. “ICH DARF NICHT VERLIEREN! LIEBER STERBE ICH!“ Und dieser Wunsch wurde ihm erfüllt. Noch in dieser Nacht tötete Carún seinen Bruder. Bis heute weiß Carún seine letzten Worte: “Bleib zurück in der Hölle deines Lebens. Ich werde wiederkommen. Das war nicht das Ende! Das war noch lange nicht das Ende!“ Und Lucian hatte Recht behalten, denn er würde es zurück in sein Leben schaffen. Und wenn nicht als Geist, dann in Form etwas anderes. Etwas viel, viel schlimmerem. Eigentlich dachte Carún, nun würde der Schmerz aufhören. Denn er fühlte sich merkwürdig befreit und – glücklich. Vermutlich war das auch der Grund, warum er sich in dieser Nacht nicht, wie er sich es vorgenommen hatte, das Leben nahm.

Doch noch in derselben Nacht entdeckten Rudelmitglieder Lucians Leiche. Und sie rochen das Blut, mit dem Carún sich befleckt hatte. Seine Mutter war gerade angekommen, als sie die Leiche sah und nach vorne drängte. Sie kombinierte eins und eins und sah Carún mit abgrundtiefem Hass an. “DU!“, schrie Ifea. “DU DRECKIGE MISSGEBURT! DU BIST NICHT MEIN SOHN! MEINEN SOHN HAST DU GETÖTET! ICH HASSE DICH! ICH HASSE DICH ÜBER ALLES, CARÚN!“ Und dann rannte sie davon, ohne auf eine Antwort Carúns zu warten. Chóu konnte sich nicht bewegen, er war in einer Art Schockstarre. Wahrscheinlich wollte er Ifea nachlaufen, doch statt etwas zu tun, schüttelte er einfach nur stumm den Kopf und brach – vermutlich aus Trauer – zusammen. Carún konnte dies nicht ertragen. Er war so überwältigt von all diesen Gefühlen – Macht, Kummer, Hass und Scham für das Gefühl des Sieges und des Glücks. Sein Schutzschild hatte einen Elementarmagier besiegt. Und das einfach nur aus purem Hass und purem Sterbenswunsch. Er breitete die Schwingen aufs und flog davon. Er flog weit, um die ganze Insel herum. Die ganze Nacht, bis er zu erschöpft war. Erst am nächsten Morgen kehrte er zurück. Unbemerkt und leise schlich er sich in das Lager und versteckte sich dort.

Er versteckte sich hinter einem Baum, so wie Lucian es getan hatte und lauschte den Worten, die gesprochen wurden. Sie redeten über drei Tode? Hatte er nicht nur einen Mord gestern begangen? Er hasste sich dafür, gemordet zu haben und versank in seinen Hassgedanken. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, er war einfach nur dagelegen und hatte sich verflucht. Hatte sich dafür geschämt, getötet zu haben. Hatte sogar ein bisschen geweint. Er konnte sich aber noch nicht umbringen – er wollte Savior noch ein einziges Mal sehen und ihm erklären, was passiert war. Das Lucian ihn provoziert hatte. Das seine Schuld zu hoch lag, um weiterleben zu können. Dass er nun den Weg durch das Labyrinth gehen würde, der hinausführte. Er sann über all dies nach, bis er den Namen seines Mentors hörte. “Es ist jammerschade. Aber ich kann es nachvollziehen. Der arme Savior. Er hätte noch länger Zeit gehabt, um zu leben. Aber ich kann verstehen, warum Chóu ihn umgebracht hat. Und ich kann verstehen, warum Ifea von uns gegangen ist. Beide brachen unter der Trauer zusammen. Sie handelten aus Trauer. Ihr Sohn war ihr Leben. Und Savior war Carúns Leben. Nun sind alle drei fort. So große Verluste für das Rudel. Chóu abgehauen und die beiden anderen …“. Carún konnte nicht länger zuhören. Savior war tot. Niemand anders als sein Vater hatte ihn umgebracht. CHÓU, DER IHM NIE GEHOLFEN HATTE, HATTE IHN UMGEBRACHT. Komm, tu es … Bring dich um … Ja, ja, ja verdammt, er wollte sterben! Doch er hatte Savior etwas versprochen. Er hatte ihm versprochen, durch das Labyrinth des Leidens zu gehen. Und dieses Versprechen wollte er nicht brechen, so lange er das Andenken seines Mentors in Ehren halten würde. ES TUT MIR SO LEID… BITTE … KOMM ZURÜCK. ICH BRAUCHE DICH. Er brauchte Savior so sehr, wie seine Eltern Lucian gebraucht hatte. Doch jetzt war es vorbei. Carún hatte das Leben seiner Familie und seines besten Freundes zerstört. Seit diesem Tag lebt er mit der Schuld und verflucht sich täglich dafür selbst. Sein Selbsthass wird immer größer. Er hatte alles herausgerissen und noch heute schmerzt die Wunde von Saviors Verlust... und der Hass seiner Familie …

Doch auch sein Rudel hegt einen Hass auf ihn. Carún lebte nach dem Mord ein Jahr weit weg vom Rudel – Er zog umher, sprach mit niemandem, aß und atmete fast nur – Das Leben hatte seinen Sinn verloren, doch er musste weitermachen, denn er musste finden, was Savior meinte … und so beschloss er, als er das Einzelgängerleben satt war, zurückzukehren. Man nahm ihn auf, allerdings nicht mit viel Freude und nur, da das Rudel einen neuen Krieger brauchte, der das Territorium von oben bewachen konnte. Er lebte alleine vor sich hin … es änderte sich nichts... Er flog das Territorium ab und verbrachte den Rest des Tages damit, sich zu isolieren … Er hatte so wenig Wert für die anderen, dass er oft einfach wegging und seinen Schmerz hinausschrie … Niemand fragte je danach … Und dann … Eines Tages … Passierte etwas Gutes, das sein Leben vollkommen auf den Kopf stellte.

Er verliebte sich unsterblich in eine hübsche, junge Schneeleopardin namens Quarrah. Doch er wusste, dass sie für ihn unerreichbar war und immer bleiben würde und damit quälte er sich Tag für Tag noch mehr, als er es eh schon tat. Denn wie es Lucian gesagt hatte, würde ihm die Schuld das Leben zur Hölle machen. Er würde nie wieder ohne dieses schlechte Gewissen leben können. Und niemand würde je wieder ein Wort mit ihm sprechen wollen. Und auch würde ihn niemals jemand lieben, auch nicht Quarrah. Denn wie sollte ihn jemand lieben, wenn er sich selbst so verabscheute, sich selbst so hasste?

Doch dann … erwiderte sie plötzlich die Gefühle für ihn. Einfach so. Ohne vorher jemals mit ihm geredet zu haben. Doch als sie sah, wie er sich vom Himmel stürzte, um zu sterben, da er dieses „große Vielleicht“ nicht gefunden hatte, gestand sie ihm, dass sie ihn liebte. Niemals hatte Carún jemals so für jemanden empfunden – nicht einmal für Savior. Und Savior war sein Leben gewesen. Quarrah ist für ihn wie Savior, nur viel besser. Er wird nie ganz vergessen, doch dank Savior hat Carún etwas gefunden, womit er alles vergessen kann. Es ist diese eine, anmutige, wunderschöne Schneeleopardin, die ihm den Kopf verdreht hatte. Doch, am Punkt der jetzigen Geschichte gibt es immer noch kein Happyend für Carún und seine Quarrah. Zwar kann die beiden niemand mehr trennen, da sie sich so sehr lieben – doch Carún hat Geheimnisse und Albträume, von denen er Quarrah nicht erzählen kann … Doch wie seine Geschichte ausgeht und ob er sein großes Vielleicht gefunden hat oder weiterhin leiden muss – Das kann man nur am Ende dieser Geschichte erfahren. Und diese - seine - Geschichte endet noch lange nicht.

Besondere Ereignisse: Sein ganzes Leben wurde er von seiner Familie gehasst. Dies hat ihn sehr traurig und verschlossen gemacht. Er hat all die Jahre viel Wut angestaut und irgendwann hat er seinen Bruder getötet, da er die Provokation nicht mehr ausgehalten hat. Seine Mutter beging danach Selbstmord, indem sie sich ertränkte und sein Vater ging weit, weit weg. Kurz bevor er ging tötete Chóu, sein Vater, seinen Mentor Savior, der sein ein und alles gewesen war. Savior hatte ihm immer geholfen. Seit dem fühlt er sich schuldig für das, was alles geschehen ist und diese Schuld bringt ihn immer wieder zum Verzweifeln. Auch hat ihn diese Schuld zerstört und zerbrochen.




Herkunft


Carún kommt aus der Savanne Siccus. Er kommt von dort und wird immer wieder dorthin zurückkehren, um Savior in Ehren zu halten. Denn er kann seine Vergangenheit nicht loslassen, auch wenn sie ihn zerstört hat. Einen Neuanfang kann er sich nicht vorstellen.

SCHATZKISTE





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